Praxis-Controlling für Einsteiger: Ihr monatlicher Finanz-Check

Controlling klingt nach Grosskonzern? Weit gefehlt. Auch in einer Einzelpraxis ist ein strukturiertes monatliches Reporting der Schlüssel zu wirtschaftlichem Erfolg. Sie brauchen dafür keine teure Software — eine gut strukturierte Excel-Tabelle und 30 Minuten Zeit pro Monat reichen für den Anfang aus.

Der monatliche Praxis-Check

Prüfen Sie monatlich: Kontostand und Liquiditätsentwicklung, offene Debitoren (besonders Rechnungen an Zusatzversicherer und Selbstzahler), Anzahl Konsultationen nach KVG und VVG, Personalkosten im Verhältnis zum Betriebsertrag, und ausserordentliche Ausgaben. Vergleichen Sie diese Werte mit dem Vorjahresmonat und dem gleitenden 12-Monats-Durchschnitt.

Warnsignale erkennen

Achten Sie auf plötzliche Veränderungen: Ein Rückgang der Konsultationszahlen um mehr als 10 % gegenüber dem Vorjahresmonat, steigende Materialkosten ohne erklärbaren Grund, zunehmende Debitorenverluste oder eine wachsende Lücke zwischen Rechnungsstellung und Zahlungseingang. Bei den Tiers-payant-Abrechnungen über die Krankenkassen kann es zu erheblichen Verzögerungen kommen — überwachen Sie die durchschnittliche Zahlungsfrist genau.

Benchmarking mit dem NAKO

Das Nationale Kostenstellenrechnungs-Projekt (NAKO) der FMH und NewIndex bietet die Möglichkeit, die eigenen Praxiszahlen anonymisiert mit vergleichbaren Praxen zu benchmarken. Nutzen Sie dieses Tool, um Optimierungspotenziale bei den Betriebskosten zu identifizieren und Ihre Praxis im Branchenvergleich einzuordnen.

Mein Tipp: Setzen Sie sich einen festen monatlichen Termin und machen Sie den Praxis-Check zur Routine. Es ist eine der wertvollsten halben Stunden, die Sie in Ihre Praxis investieren können.

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