Die Verlagerung onkologischer Behandlungen in den ambulanten Bereich ist ein globaler Trend — und in der Schweiz durch EFAS und neue Therapiemodalitäten besonders stark ausgeprägt. Orale Chemotherapeutika, subkutane Biologika und ambulant durchführbare Immuntherapien machen stationäre Aufenthalte in der Onkologie zunehmend unnötig. Für Arztpraxen mit onkologischem Schwerpunkt oder strategischem Interesse entstehen echte Wachstumschancen.
Welche Leistungen rentabel ambulant erbracht werden können
Ambulant gut abbildbar sind: onkologische Verlaufskontrollen und Nachsorge, subkutane und intravenöse Antikörper-Therapien mit kurzer Infusionsdauer (unter 90 Minuten), supportive Therapien (Antiemese, G-CSF-Injektionen), psychoonkologische Beratung und Ernährungsberatung. Für die ambulante Chemotherapie braucht es eine geeignete Infrastruktur (Aufbereitungsraum, Infusionsplätze) und qualifiziertes Personal.
Anforderungen und Investitionen
Der Einstieg in die ambulante Onkologie ist investitionsintensiv: Infusionsstuhlinfrastruktur, spezialisierte MPA-Weiterbildung, Zertifizierung nach kantonalen Anforderungen und Vertragsabschlüsse mit Krankenversicherern für Zusatzleistungen sind Voraussetzungen. Planen Sie ein Investitionsbudget von CHF 80’000–150’000 für den Infrastrukturaufbau. Der Breakeven liegt typischerweise nach 2–3 Jahren.
Kooperationsmodelle mit Spitälern
Besonders vielversprechend: Kooperationsvereinbarungen mit regionalen Spitälern, die ambulante onkologische Nachsorge in die niedergelassene Praxis auslagern wollen. Das Spital profitiert von reduziertem Bettenbedarf; Sie profitieren von einem strukturierten Patientenzufluss und der fachlichen Rückendeckung. Solche Modelle existieren heute erfolgreich in Winterthur, Aarau und Luzern.