Die 7 wichtigsten Kennzahlen für Ihre Praxis-Betriebswirtschaft

Eine Arztpraxis ist auch ein Unternehmen. Und wie jedes Unternehmen braucht sie belastbare Kennzahlen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Gemäss der FMH-Einkommensstatistik liegt der durchschnittliche Betriebsertrag einer Schweizer Einzelpraxis bei rund CHF 550 000 — doch die Streuung ist enorm. Die folgenden sieben KPIs helfen Ihnen, Ihre Praxis betriebswirtschaftlich im Griff zu haben.

1. Umsatz pro Konsultation

Teilen Sie Ihren Gesamtumsatz durch die Anzahl der Konsultationen. Diese Kennzahl zeigt, wie wirtschaftlich Ihre Behandlungen sind. In der Grundversorgung liegt der Wert typischerweise bei CHF 120–180 pro Konsultation. Ein sinkender Wert kann auf eine Verschiebung im Patientenmix oder unzureichende TARMED-Abrechnung hindeuten.

2. Personalkostenquote

Die Personalkosten (inkl. Sozialversicherungsbeiträge, BVG und UVG) sollten in Schweizer Praxen zwischen 22 % und 30 % des Betriebsertrags liegen. Beachten Sie, dass die Lohnnebenkosten in der Schweiz — AHV/IV/EO, ALV, BVG, UVG, KTG — rund 15–20 % des Bruttolohns ausmachen.

3. Sachkostenquote

Miete, Material, Versicherungen, IT, Labor — die Sachkosten sollten bei Einzelpraxen unter 25 % des Betriebsertrags liegen. Besonders die Mietkosten sind in Schweizer Städten ein relevanter Faktor. Regelmässiges Benchmarking mit vergleichbaren Praxen über die FMH-Statistiken oder das NAKO-Benchmarking hilft, Einsparpotenziale zu identifizieren.

4. Liquiditätsreserve

Halten Sie mindestens drei Monatsbetriebsausgaben als liquide Reserve vor. In der Praxis bedeutet das häufig CHF 80 000 bis CHF 150 000. Diese Reserve schützt vor unerwarteten Ausgaben, Gerätedefekten und den bekannten Verzögerungen bei der KVG-Abrechnung über die Santésuisse-Datenpool-Kontrollen.

5. Anteil Zusatzversicherte und Privatpatienten

In der Schweiz ist die Grundversicherung (KVG) obligatorisch und wird über TARMED abgerechnet. Zusatzleistungen können über die Zusatzversicherung (VVG) abgerechnet werden. Der Anteil der VVG-Leistungen am Gesamtumsatz variiert stark je nach Fachrichtung und Standort — beobachten Sie diesen Wert im Zeitverlauf.

6. Auslastungsgrad

Wie viel Prozent Ihrer verfügbaren Sprechstundenzeit ist tatsächlich mit Patientinnen und Patienten belegt? Ein Wert unter 85 % deutet auf Optimierungspotenzial bei der Terminplanung hin. Über 95 % bedeutet, dass Sie kaum Puffer für Notfälle und Administrative haben.

7. Reinertrag (Ärzteeinkommen)

Die wichtigste Kennzahl: Was bleibt unter dem Strich als Ihr Einkommen? Gemäss FMH liegt der mediane Reinertrag für Grundversorger bei rund CHF 155 000 und für Spezialisten bei rund CHF 210 000. Liegt Ihre Marge deutlich unter dem Branchendurchschnitt, sollten Sie eine detaillierte Kostenanalyse durchführen.

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