In der Praxis ist es alltäglich: Patienten senden Fotos von Hautveränderungen, Laborwerte oder Rezeptanfragen per WhatsApp. Für Ärztinnen und Ärzte ist das verlockend bequem — und gleichzeitig rechtlich brisant. 2026 ist dieser Graubereich durch das nDSG und verstärkte EDÖB-Kontrollen keine Option mehr.
Warum WhatsApp nicht datenschutzkonform ist
WhatsApp überträgt Metadaten (wer kommuniziert mit wem, wann, wie oft) an Meta-Server in den USA. Die Nachrichten selbst sind zwar Ende-zu-Ende-verschlüsselt, aber die Metadaten sind es nicht. Für Gesundheitsdaten — die nach nDSG besonders schützenswert sind — ist diese Datenübertragung ohne explizite Einwilligung und ausreichende Rechtsgrundlage nicht zulässig. Zudem bietet WhatsApp keinen Auftragsbearbeitungsvertrag (ABV) für Unternehmen ohne Business API.
Signal und Threema: Besser, aber noch nicht ideal
Signal und Threema bieten deutlich bessere Datenschutzeigenschaften — keine Metadaten-Weitergabe, serverminimale Architektur (Threema). Threema Work bietet zudem einen ABV. Für gelegentliche, nicht-medizinische Kurzinformationen (Terminbestätigung, Adressänderung) sind diese Messenger vertretbar. Für medizinische Inhalte, Fotos von Befunden oder Diagnosen bleibt aber auch hier ein Restrisiko.
Die richtige Lösung: Hin oder sichere Praxisplattform
Hin (Health Info Net) ist der Standard für sichere ärztliche Kommunikation in der Schweiz — im B2B-Bereich (Arzt zu Arzt, Arzt zu Spital) bereits weit verbreitet. Für die Arzt-Patient-Kommunikation bieten PIS-integrierte Messaging-Funktionen (Triamed, Aeskulap) und spezialisierte Patientenportale wie Klara oder Meditalk eine datenschutzkonforme, nutzerfreundliche Alternative, die sich als «Chat mit dem Arzt» vermarkten lässt.